BAFM
Nachrichtenteil der Bundes-Arbeitsgemeinschaft für Familien-Mediation e.V.

Neues aus der BAFM – Januar 2001

Liebe Kind-Prax-Leser,

in dieser ersten Ausgabe 2001 unterbrechen wir die Berichte aus den Regionalgruppen, um einem Bericht von Ingolf Schulz über Familienmediation in einigen Ländern Westeuropas Raum zu geben. Zuvor möchten wir auf drei Entwicklungen in bzw. durch die BAFM hinweisen.

Im vergangenen Jahr wurde das
Institut für Mediation und Scheidungsberatung (IMS) in Dresden -
Ansprechpartner Joachim Neufeldt,
Schlossgärtnerei 3, 01665 Weistropp bei Dresden,
Tel.: (03 51) 4 52 14 96, Fax: (03 51) 4 52 14 97,
E-Mail: Jneufeldt® CompuServe. com -
in den Kreis der BAFM-anerkannten Ausbildungsinstitute aufgenommen. Wir freuen uns sehr, dass sich damit ein erstes Ausbildungsinstitut in einem der ,,neuen” Bundesländer etablieren konnte.

Die von der BAFM initiierte “Verbandskonferenz” hatte am 22. September 2000 in Berlin ein erstes Gespräch mit dem neuen Leiter der Abteilung Rechtspflege des Bundes-ministeriums der Justiz, Herrn Ministerialdirektor Netzer, und mit der Leiterin der
Abteilung Familie im Bundesministerium für Familie, Frauen, Senioren und Jugend, Frau Ministerialdirektorin Dr. Conen. Gesprächsthemen waren u. a. von der Verbandskonferenz erarbeitete Vorschläge, wie über Projekte Mediation in bestehende Institutionen integriert werden und wie Evaluationsforschung unterstützt werden kann. Die Ministerien zeigten sich der Mediation gegenüber aufgeschlossen. Der Dialog soll fortgesetzt und konkretisiert werden. An der Verbandskonferenz” – Ansprechpartner Dr. Hans-Georg Mähler – nehmen Vertreter von Verbänden teil, die sich mit Familie und Mediation beschäftigen, so derzeit neben der BAFM und den von ihr anerkannten Ausbildungsinstituten der Berufsverband Deutscher Psychologen und Psychologinnen (BDP), die Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (BKE), die Bundesrechtsanwaltskammer (BRAK), der Bundesverband der Arbeiterwohlfahrt (AWO), der Dachverband für Familientherapie und Systemisches Arbeiten (DFS), der Deutsche Anwaltverein (DAV), der Deutsche Berufsverband der SozialarbeiterInnen, Sozialpädagoginnen  und  Heilpädagoginnen (DBSH), die Deutsche Gesellschaft für Verhaltenstherapie (DG VT), die Evangelische Konferenz für Familien- und Lebensberatung (EKFuL), die Gesellschaft für wissenschaftliche Gesprächstherapie (GwG), Pro Familia und der Verband Katholischer Ehe-, Familien- und Lebensberater.

Innerhalb der BAFM findet unterdes eine wichtige und lebendige Diskussion darüber statt, ob sich die BAFM in ihrem Verständnis von Mediation internationalen Standards, wie sie sich u. a. auch in den Empfehlungen des Europarats’ niedergeschlagen haben, anschließt, oder ob sie einen Sonderweg gehen wird. Im Kern geht es darum, dass nach diesen Empfehlungen MediatorInnen sich in der Mediation sowohl jeder Form von Rechtsberatung wie auch jeder Form therapeutischer Intervention zu enthalten haben, ganz gleich, ob sie aus juristischen oder psychosozialen Grundberufen kommen. Sie sollen vielmehr den Parteien nahe legen, sich rechtliche und gegebenenfalls  therapeutische  Hilfe außerhalb der Mediation zu suchen. Demgegenüber vertreten innerhalb der BAFM einige KollegInnen mit anwaltlichem Grundberuf die Auffassung, dass zwar psychologische MediatorInnen zu recht keine therapeutischen Interventionen durchführen sollten, anwaltliche MediatorInnen jedoch durchaus Rechtsberatung. Diese Diskussion sollte weiterund, wenn irgendmöglich, im Jahr 2001 auch zu Ende geführt werden.

Abschließend: Wer es gewohnt ist, beim Zählen mit l und nicht mit 0 zu beginnen, hat gerade erst das neue Jahrtausend begonnen. Dazu wünschen wir viel Glück.

Jutta Lack-Strecker, Christoph Paul, Januar 2001 Diese Empfehlungen können bei der Geschäftsstelle abgerufen werden: Sabine Zurmühl, BAFM c/o RA Paul, Olivaer Platz 15, 10707 Berlin, Tel.: (0 30) 23 62 82 66, Fax: (030)2141757,
E-Mail: bafm-mediation @t-online.de, Internet: http://www.bafm-mediation.de

Aus: Kind-Prax 1/2001

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