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  • Vermögensschaden- Haftpflichtversicherung für Mediatoren

    Im Gegensatz zu den anwaltlichen Mediator/innen besteht für nichtjuristische Mediator/innen in Deutschland keine Verpflichtung, eine Berufsschadenshaftpflichtversicherung abzuschließen und nachzuweisen.

    Es wird  diskutiert, ob überhaupt ein Bedarf für eine solche Versicherung bestehe, nachdem rechtliche Beratung ohnehin zu einem Ausschluss führe und in Folge dessen das Risiko eines Versicherungsfalls mit der Konsequenz eines kausalen Vermögensschadens relativ niedrig einzustufen sei. Es war die Überlegung, dass eine solche Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung unter Umständen eine teure Gewissensberuhigung für Risiken ist, die sich vermutlich nur selten in Form eines Versicherungsfalls verwirklichen.

    Nachfolgende Überlegungen können für eine Haftpflichtversicherung sprechen.

    Zielsetzung einer solchen Vermögensschaden-Haftpflichtversicherung ist zweierlei:

    1. Zunächst ist es ihre Aufgabe, im Falle berechtigter Schadensersatzansprüche Versicherungsschutz zu gewähren.
    2. Nicht zu unterschätzen ist allerdings die mindestens so entlastende weitere Aufgabe einer solchen Versicherung, unberechtigte Schadensersatzforderungen abzuwehren. Konkret bedeutet dies, dass im Falle unberechtigter Schadensersatzforderungen außergerichtlich und gerichtlich eine anwaltliche Vertretung finanziert wird, wobei die Versicherung hier ein Mitspracherecht bei der Benennung des anwaltlichen Vertreters hat.

    Es kann auch im Falle unberechtigter Schadensersatzforderungen sehr entlastend sein, auf die (kompetente) Unterstützung einer Versicherung zählen zu können.
    Es entspricht den Richtlinien der BAFM auf die Einschaltung von Beratungsanwälten hinzuwirken. Aber auch  ohne Rechtsberatung durch den Mediator oder die Mediatorin kann es zu einer berechtigten Schadensersatzforderung kommen. Mediatoren und Mediatorinnen schulden keinen Erfolg, sie unterliegen jedoch Pflichten, deren Verletzung einen Vermögensschaden verursachen kann.

    Zu nennen sind:

    • Verletzung der Neutralität  (vorvertragliche oder nachvertragliche Beziehungen zu einer Konfliktpartei);
    • Verletzung der Vertraulichkeit und der Verschwiegenheitspflicht
    • Verletzung von Informationspflichten, Aufklärungs- und Hinweispflichten
    • event. Dokumentationspflichten