• Suche 
  • Erste Europäische Mediations-Konferenz

    Helsinki 2006

    Vom 26. bis zum 28. Mai 2006 fand in Helsinki die erste Europäische Mediations-Konferenz statt. Dabei handelte es sich um eine Initiative des „Nordic Mediation Forum“, das vom „Scottish Mediation Network“ und dem „European Mediation Network“ unterstützt wird.

    Das Nordic Mediation Forum hat den Zeitpunkt der Veranstaltung nicht zufällig gewählt. Denn Finnland wird in der 2. Hälfte 2006 die EU Ratspräsidentschaft übernehmen — eine günstige Gelegenheit also, die Mediation auch auf Europäischem Parkett in das politische Bewusstsein zu bringen.

    Das Programm der Konferenz umfasste dementsprechend alle aktuellen Themenspektren rund um die Mediation : von der Familienmediation über die Gerichtsmediation bis hin zur internationalen Friedensmediation.

    Die Konferenz gab sich für künftige Arbeit den Namen „European Mediation Network Initiative“.

    Ansprechpartner in Deutschland ist RA Christoph C. Paul, Sprecher des Vereins „Förderer der Familienmediation im Sinne der BAFM e.V., erreichbar unter foerderverein@bafm-mediation.de

    Bericht aus Helsinki

    Anlässlich der Konferenz des Nordischen Forums für Mediation in Helsinki vom 25. bis 28. Mai 2006 trafen sich die Vertreter von 35 europäischen Nationen; 48 waren eingeladen, aber aus finanziellen Gründen konnten nicht alle kommen. Außerdem trafen sich Mediatorinnen und Mediatoren aus vielen europäischen Ländern, vorwiegend Skandinavien, ein großer Teil auch aus dem westlichen Balkan. Aus Deutschland nahmen u.a. vom Bundesverband Mediation (BM) Jutta Hohmann und Inka Heisig, von der Deutschen Gesellschaft für Mediation (DGM) Dr. Ulrike Rüssel und von der Bundes-Arbeitsgemeinschaft für Familien-Mediation (BAFM) Jutta Lack-Strecker und Christoph C. Paul teil.

    Auf der Konferenz wurde der Reichtum an Mediationspraxis in Europa sichtbar. Neben der Nachbarschafts- und Schulmediation, der Familien- und Wirtschaftsmediation, dem ausserordentlich gut etablierten Täter- Opferausgleich, sowie der Umweltmediation wurden Bereiche sichtbar, die bei uns in Deutschland weniger oder gar nicht präsent sind, insbesondere die peace-mediation (z.B. Nord-Irland, Balkan, Palästina). In den Bereichen der Friedens-Mediation, der Schul- und Nachbarschaftsmediation, sind in Europa häufig Freiwillige tätig, die nur ein beschränktes Mediationstraining erfahren haben. Die Kolleginnen und Kollegen aus den Bereichen der Familien- und Wirtschaftsmediation hingegen sind europaweit sorgfältig ausgebildet, haben Mediation in Theorie und Praxis nebst Supervision vermittelt bekommen und zu den Abschlüssen der Mediationsausbildungen teilweise auch Praxisfälle dokumentiert. Es wurde deutlich, dass es für einen zukünftigen Europäischem Standard wünschenswert wäre, sowohl Mediationsausbildungen wie auch die entsprechende Praxis bi-professionell zu konzipieren und zu handhaben.

    Die Vielfalt und Unterschiedlichkeit war einer der Gründe dafür, dass ein langsamer Prozess des Aufeinanderzugehens der Gründung eines Dachverbandes auf europäischer Ebene vorgezogen wurde. Der Arbeitstitel des Europäischen Netzwerkes lautet daher: „European Mediation Network Initiative“.

    Die vorläufigen Ziele dieses Netzwerkes lauten:

    1. Austausch bezüglich Forschung und Praxis der Mediation in Europa durch Konferenzen, Workshops etc.;
    2. Kooperation der Mediatorinnen und Mediatoren im Rahmen eines Netzwerkes, z.B. durch gemeinsame Projekte, wechselseitige Verweisung sowie Aufbau einer Website;
    3. Schaffung einer gemeinsamen Stimme z.B. gegenüber der Europäischen Union und dem Europarat.

    Es wurde ein Executive-Board installiert (mit jeweils einem Vertreter aus Norwegen, den Niederlanden, Österreich und Schottland), außerdem ein Advisory-Board mit einigen ausgewählten nationalen Ansprechpartnern. Christoph Paul, der schon im Dezember 2005 mit den Europäischen Netztwerkgründern in Kopenhagen zusammengetroffen war, wurde gebeten, die Interessen für die Bundesrepublik Deutschland zu vertreten.

    Die nächste Konferenz der „European Mediation Network Initiative“.wird vom 07. bis 09. Juni 2007 in Wien stattfinden. Es wäre eine große Chance, wenn sich zu dieser Konferenz viele Mitglieder der Deutschen Mediationsverbände zusammenfänden, nicht nur, um die vielfachen Mediationsansätze mehr und mehr kennen zu lernen, sondern auch, um an der lebendigen Ausgestaltung des Deutschen Netzwerkes/ Deutsches Forum Mediation, und der Europäischen Initiative mitzuwirken.

    Jutta Lack-Strecker, Christoph C. Paul

    Die Website der Veranstalter lautet: www.ssf-ffm.com/english/conference.htm