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  • Mediation zwischen „Vision und Wirklichkeit“

    hatte die Bundes-Arbeitsgemeinschaft für Familien-Mediation (BAFM) ihren 5. Fachkongreß überschrieben, der am 4. und 5. März in Heidelberg stattfand.

    Inhaltlich vorbereitet vom Heidelberger Institut für Mediation durch deren Leitung Lis Ripke und Professor Dr. Reiner Bastine, leistete der Kongreß thematisch und strukturell eine Standortbestimmung der aktuellen Debatte um Mediation. Die Athmosphäre der alten Heidelberger Universität, die Tradition, Gediegenheit, Neugierde, Erfahrung und Offenheit gleichermaßen repräsentiert, war ein locus inspirandis für das gesamte Treffen, eine sinnlich unterstützende Voraussetzung für Austausch, Diskussion, schöne Anstrengung und Muße.

    In der Einladung hatte es geheißen: „Wir wollen uns verstärkt mit den Visionen beschäftigen, die die Mediation an die Gesellschaft vermitteln kann und die uns möglicherweise von der Gesellschaft aufgetragen werden.“ Dazu legte am ersten Tag das Referat von Frau Prof. Dr. Angela Mickley, Professorin für Friedenserziehung an der Fachhochschule in Potsdam, die Grundierung. Ihre Erfahrung aus der Friedensarbeit in Namibia öffnete den Radius, in dem Mediation Anwendung finden kann und sollte. Ergänzt durch „Aussenansichten auf Familienmediation“ durch Prof. Dr. Bornewasser aus Greifswald, über die Zukunft der „public health“ durch Prof. Dr. Georges Füllgraff sowie Aspekte des Zivilrechts von Prof. Dr. Katzenmeier aus Köln bewegte das Auditorium darüber hinaus die Problematisierung einer Autorin der Süddeutschen Zeitung, Cathrin Kalweit, inwieweit Mediation als Konfliktbearbeitungsmethode bereits genügend im Bewußtsein der Gesellschaft Platz gegriffen habe.

    Kommentiert wurden die Impulsreferate durch Gründungsmitglieder der BAFM, Jutta Lack-Strecker, Berlin, Dr. Gisela Mähler, München, Heiner Krabbe, Münster und Christoph C. Paul, Berlin. Im weiteren wandten sich die Kongressteilnehmer unterschiedlichsten Teilaspekten wie Fallarbeit, Gerechtigkeitsaspekten, künstlerischer Gruppenarbeit, Binationalität etc. zu, in der vielen noch ungewohnten Methode des Open space, einer speziellen Form der variablen Gruppenarbeit, die Spontaneität, Mobilität und Verantwortung der Einzelnen fürs Ganze betont. Es wurde deutlich, dass die Mediation für die meisten der knapp 250 Teilnehmer/innen eine feste Größe ihres Arbeitsalltages und ihrer beruflichen Orientierung darstellt, dass die Mediation an der Schwelle breiterer Akzeptanz und Ausdifferenzierung, auch im gerichtsnäheren Raum, angekommen ist und – last, but not least – dass die aktuellen Debatten auf den verlässlichen Fundamenten und Visionen der Gründergeneration in der mediativen Arbeit in Deutschland aufbauen kann.

    Sabine Zurmühl
    aus: Mediationsreport 5/2005

    „Bericht von den 19 Mediationsworkshops im open space“

    „Rückmeldungen zum Kongress“