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  • Workshopbeschreibungen

    Hauptvortrag „Trauma und Familie – die Langzeitwirkungen traumatischer Erlebnisse“

    World Café: Emotionen in der Mediation

    Workhop 1: Traumatische Prozesse und Mediation

    Workshop 2: Inside-Out – Wie steuern wir als MediatorInnen mit unseren Empfindungen, Gefühlen, Einstellungen und Vorurteilen den Prozess

    Workshop 3: Emotionen und Trancen in der Mediation. Ein Ausflug in hypnotische Gefilde mediativer Arbeit

    Workshop 4: Fühlen und Gefühle wahrnehmen in der Mediation mit Live-Supervision

    Workshop 5: Nonverbale Signale und Körpersprache wahrnehmen und für den Mediationsprozess nutzen – Übungen und Selbsterfahrung für MediatorInnen

    Workshop 6: Scheitern (in) der Mediation

    Workshop 7: Trennungsphasen: Wie Abschied und Verlust die Mediation prägen

     

    Hauptvortrag „Trauma und Familie – die Langzeitwirkungen traumatischer Erlebnisse“ und Workhop 1: Traumatische Prozesse und Mediation

    Dr. Helmut Rießbeck, 2. Vorsitzender TraumaHilfeZentrum Nürnberg e.V. ; Facharzt für Allgemeinmedizin und Innere Medizin; ärztlicher Psychotherapeut; Supervisor BLÄK; Spezielle Psychotraumatologie (DeGPT)

    Durch die Forschungsergebnisse der letzten 30 Jahre wird immer deutlicher. Traumatogene Faktoren sind für eine Vielzahl psychischer Störungen wesentlich. Die Bedeutung geht damit weit über die typischen posttraumatischen Belastungsstörungen hinaus. Wie wohl keine anderen Einflüsse haben traumatische Einflüsse für die soziale Entwicklung von Familien prägende Wirkungen.

    In dem Vortrag wird die Dynamik der traumatischen Prozesse auf der körperlichen cognitiven und emotionalen Ebene der Betroffenen erklärt und die Wirkung in Familien, insbesondere für deren Kommunikation. Dabei ist der Begriff der Komplexen Traumafolgestörung wesentlich.Die Symptomatik, oft versteckt, kann anhand einiger Kriterien soweit vermutet werden, dass das psychotraumatologische Wissen für Mediationsprozesse verfügbar gemacht werden kann, auch ohne psychologische Diagnostik.

    Dieses Wissen und eine spezielle Form von Beobachtung kann helfen Interventionen so vorzunehmen, dass sie traumasensitiv auf die erschütterten Familiensystem und deren verzerrte Kommunikation in der Lage sind einzugehen. Hierzu wird auf die Grundprinzipien psychotraumatologischer Erkennung  von Symptomen eingegangen. Das Übertragungsgeschehen, was sich also in der MediatorIn auf mehreren Ebenen abbildet, kann nutzbar gemacht werden.

    Der Workshop soll zunächst das Auffinden von Familienstrukturen erleichtern, in denen traumatische Prozesse wesentlich sind. Wir werden Übungen zur Kommunikation mit seelisch schwer erschütterten machen, um den Interaktionsstil traumasensitiv zu bereichern. Fallvignetten und Rollenspiele runden den workshop ab.

    Literatur:

    • Ulla Gläßer :Tanz über das Minenfeld? Möglichkeiten und Grenzen des Einsatzes von Familienmediation bei Gewalt in Paarbeziehungen, Zeitschrift für systemische Therapie und Beratung (ZSTB), Heft 4, 2009, S. 206 ff.
    • Herman, J.: Trauma and Recovery.The Aftermath of Violence – from Domestic  Abuse to Political Terror. Basic Books.New York1992)
    • Huber,M.: Trauma und die Folgen
    • Trauma und Traumabehandlung, Teil 1, junfermann, Paderborn 2003
    • Peichl,J: Destruktive Paarbeziehungen, Klett-Cotta Stuttgart 2012
    • Reddemann,L., Dehner-Rau,c.: Trauma heilen, Trias Verl. Stuttgart 2012
    • Schultz v. Thun, Kumbier, D.: Impulse für Therapie und Beratung. rororo, Hamburg 2008

     

    World Café: Emotionen in der Mediation

    Dorothea Lochmann, (Frankfurt), Diplom-Pädagogin, Mediatorin ( BAFM) und Ausbildungsleiterin des Instituts für Konfliktberatung und Mediation IKOM-Frankfurt, Supervisorin und Systemische Beraterin im Diversitätskontext

    Helga Lojewski-Mittag, Mediatorin (BAFM), Ausbilderin für Mediation (BAFM), Sozialpädagogin, Supervisorin, Fachlehrerin an der Akademie für Sozialpädagogik, Verfahrensbeistand

    Das World-Café ist eine Workshop-Methode für größere Gruppen. Nach der Eröffnung des Cafés durch Dorothea Lochmann und Helga Lojewski-Mittag werden die Gäste an thematischen Hotspots von einer Gastgeberin oder einem Gastgeber begrüßt.

    Als Mediatoren werden wir, in Resonanz mit den Medianden, oft mit starken und tiefen Gefühlen konfrontiert. Anhand von Leitfragen über das jeweilige Gefühlsthema entsteht Austausch und Diskussion. Ideen und Gedanken dazu werden auf den „Tischdecken“ spontan notiert.

    Nach 15 Minuten wechseln die Gäste zum nächsten Hotspot mit einem neuen Schwerpunkt und neuer Diskussionsrunde. In der anschließenden Tischdecken-Präsentation wird die Essenz der Diskussionsrunden in mundgerechten Stückchen serviert.

     

    Workshop 2: Inside-Out – Wie steuern wir als MediatorInnen mit unseren Empfindungen, Gefühlen, Einstellungen und Vorurteilen den Prozess

    Dr. Gisela Mähler und Dr. Hans-Georg Mähler  (München), Rechtsanwälte und Mediatoren (BAFM)

    In dem Workshop wollen wir uns beispielhaft mit folgenden Fragen beschäftigen:

    • Wie bewusst bin ich mir der Wirkung meiner Empfindungen, Gefühle, Einstellungen und Vorurteile? Wie gehe ich mit meinen blinden Flecken um – wie werde ich mir ihrer bewusst?
    • Welche Formen der Selbstregulation und Introvision stehen mir reflexiv zur Verfügung? Gibt es Tools, die dem dienlich sind? Wie können sie gegebenenfalls angewandt werden?
    • Wie gehe ich zB damit um, wenn mir ein Mediant unsympathisch ist?
    • Wie gehe ich zB mit meinem eigenen Vorurteil, meinem Ärger, meiner Wut oder meiner Empörung über ungerechtes Verhalten um? Können diese so abgebaut werden – wenn ja, wie – dass Offenheit und Empathie als Grundlagen von Kontakt und zwischenmenschlicher Begegnung möglich wird?

    Das sind Fragen, die unser Selbstverständnis als Mediatoren und Mediatorinnen berühren und zugleich unser Vermögen oder Unvermögen, im Kontakt mit unseren Medianten „neutral“ in wertschätzender Zuwendung zu sein.

    Wir möchten diese Fragestellungen am liebsten mit Fällen/Situationen aus dem Teilnehmerkreis angehen. Methodisch dienen uns Sequenzen aus Rollenspielen, Externalisierung innerer Stimmen, die Reflektion als Ort der Orientierung, gemeinsame Suchbewegungen. Und die Information über ein paar zentrale Einsichten aus dem Erfahrungswissen bedeutender Mediatoren und Wissenschaftler.

    Literatur:

    • Gary Friedman, Inside Out: How Conflict Professionals Can Use Self-Reflection to Help Their Clients
    • William Ury: Getting to yes with yourself.

    Gisela und Hans-Georg Mähler beschäftigen sich seit 27 Jahren intensiv mit Mediation und seit 10 Jahren mit Cooperativer Praxis:

    • praktisch in ihrer interdisziplinär ausgerichteten Mediations- und C. P.-Praxis in ihrer Anwaltskanzlei
    • theoretisch durch Veröffentlichungen
    • in ständig übender Selbstreflexion, Beziehungsdynamik und systemischer Schau
    • im lehrenden und lernenden Kontakt mit den Teilnehmern ihrer Aus- und Fortbildungen
    • vielfach vernetzt
    • und immer wieder lernend auf dem Weg.

    Näheres unter www.eidos-projekt-mediation.de

     

    Workshop 3: Emotionen und Trancen in der Mediation. Ein Ausflug in hypnotische Gefilde mediativer Arbeit

    Sebastian Prüfer (Jena), Diplom-Psychologe, Mediator (BAFM)

    Dieser Workshop lädt Sie zu einem kleinen Ausflug in den Cyberraum des Unbewussten ein. Er folgt der Idee, Konfliktlösungsprozesse auf unbewusster Ebene und hirngerecht zu optimieren und damit sehr bewusst im und am Konflikt zu arbeiten. Sie erhalten Gelegenheit, sich gedanklich automatisierten Bewusstseinsprozessen von Mediator und Mediand gleichermaßen zu nähern, sie in die Beobachtung zu bringen und der Frage nach ihrer optimalen Begleitung des Konfliktgeschehens nachzugehen.

    Uns beschäftigt die Frage was sich für unsere professionelle Arbeit mit Konfliktparteien eröffnet, wenn wir uns das Pendeln zwischen einem bewussteren Kommunikationsraum  und dem unbewussten, stets konnotierten Bewusstseinsraum der Verständigung zunutze machen.

     

    Workshop 4: Fühlen und Gefühle wahrnehmen in der Mediation mit Live-Supervision

    Cornelia Sabine Thomsen (Heidelberg) Mediatorin seit 1991, Mediationsausbilderin, Supervisorin und Ausbilderin für mediationsanaloge Supervision, Co-Leiterin von MEDIATIO, Rechtsanwältin und Fachanwältin für Familienrecht, Sprecherin des Ausbildungsbeirats der von der BAFM anerkannten Ausbildungsinstitute.

    Die Verfeinerung und Vertiefung der Wahrnehmung von Gefühlen, das Beachten und Ernstnehmen von Emotionen sowie ein kreativer, lebendiger Umgang damit bereichert eine Mediation. Nach einem Input über Emotionen als Erkenntnisquelle in der Supervision werden wir eine Life-Supervision anhand eines angemeldeten Falles durchführen, bei dem Emotionalität eine große Rolle spielen sollte. Bitte Fall anmelden unter mediation@mediatio.de.

     

    Workshop 5: Nonverbale  Signale und Körpersprache wahrnehmen und für den Mediationsprozess nutzen – Übungen und Selbsterfahrung für MediatorInnen

    Katja Degenhardt (München), Kommunikationswissenschaftlerin, Mediatorin

    Infos folgen demnächst!

     

    Workshop 6: Scheitern (in) der Mediation

    Walter H. Letzel (Berlin), Dipl.-Ing.-Päd., Coach, Mediator (BAFM)

    Es wird der Frage nachgegangen, wo (und eben auch: wo nicht) Mediation und Scheitern in Zusammenhang gebracht werden.

    Das Scheitern (in) der Mediation wird zuerst mit einem eher mikrosoziologischen Fokus betrachtet. Hier geht es um Determinanten für Scheitern in der einzelnen Mediation. Scheitern durch das Handeln des Mediators vor, während und nach der Mediation: Pfusch, Fehlverhalten, übersehene Kontraindikationen. Es geht hier insbesondere um die Frage des professionellen Handelns zum Verhindern von Scheitern. Auch Medianden können zum Scheitern der Mediation beitragen, manchmal ist das sogar ihr Ziel. Bereits in der Begriffsdefinition von Mediation ist Gelingen und Scheitern vorbestimmt: Wenn es zu keiner Abschlussvereinbarung kommt, ist die Mediation dann gescheitert?

    In der zweiten Hälfte wird dann aus makrosoziologischer Sicht das mögliche Scheitern der Mediation auf dem Weg zur Profession behandelt. Mediation als Dienstleistung auf einem Markt von Anbietern und Nachfragern sollte im Sinne eines wirksamen Verbraucherschutzes berufsförmig ausgeführt werden. Woher aber soll die Klarheit über professionelles Mediatorenhandeln kommen ohne eine Profession? Die noch junge Profession Mediation hat es schwer, sich gegen den Trend einer allgemeinen Deprofessionalisierung als neuer Beruf zu behaupten. Beispiele anderer Professionen zeigen, wie Professionalisierung auch scheitern kann. Das Kräftespiel der um Marktanteile ringenden (mehr oder weniger etablierten) Berufe, die sich mit Konfliktlösung befassen, wird das Gelingen oder Scheitern der Berufswerdung der Mediation entscheidend mit bestimmen. Welche Rolle dabei die Mediations- und Berufsverbände spielen und wie diese zum Gelingen beitragen könnten, wird an aktuellen Beispielen behandelt.

    Literatur:

    Letzel, Walter H. :  Scheitern in der Mediation. In: Kunert, S.(Hrsg.), „Failure Management“, Springer International Publishing AG, Heidelberg und Berlin 2016
    eventuell Rezensionslink

     

    Workshop 7: Trennungsphasen: Wie Abschied und Verlust die Mediation prägen

    Dr. Isabell Lütkehaus (Berlin), Rechtsanwältin, Mediatorin (BAFM)

    Frank Glowitz (Berlin), Dipl. Psychologe, Mediator (BAFM)

    Das Stadium der Trennung, in dem sich jeder einzelne Partner jeweils befindet, ist ein wichtiger Indikator für die Vorgehensweise in der Mediation. Wesentliche Aufgabe der ersten Phase der Mediation ist daher das Erkennen und Einordnen der jeweiligen Trennungsphase. Dadurch können die Prinzipien der Mediation auf die konkrete Lebenssituation bezogen und der Erfolg der Mediation gefördert werden. Für jede weitere Trennungsphase lässt sich daraus folgend ein spezifisches Vorgehen für die Mediation erarbeiten. Rechtsanwältin und Mediatorin Dr. Isabell Lütkehaus und Diplom-Psychologe und Mediator Frank Glowitz arbeiten seit vielen Jahren in Co-Mediation mit Trennungspaaren. Ziel des Workshops ist es, Ideen und Werkzeuge für die Mediation anhand von Trennungsphasen vorzustellen und darüber hinaus gemeinsam mit den Teilnehmern solche zu entwickeln.